Stitting in silence

What comes from sitting in silence?

Als eine der ersten Scharia-Richterinnen Indiens verhandelt Khatoon in einem winzigen Mumbaier Ladenlokal Fälle missbrauchter Frauen und wird zur stillen Revolutionärin. In Anwesenheit von Regisseurin Sophie Schrago

Vorpremiere

In einem beengten Ladenlokal im dicht besiedelten Mumbaier Stadtteil Naupada leitet die Frau Khatoon das erste Scharia-Gericht für Frauen der Stadt. Als eine der ersten Richterinnen für islamisches Recht in Indien berät sie Paare in Krisensituationen sowie Frauen auf der Flucht vor Missbrauch und meistert explosive Emotionen mit Weisheit und Gelassenheit. Im provisorischen Gerichtssaal finden die Klägerinnen eine seltene Freiheit: sich zu äussern, ihre Wut auszudrücken und Gerechtigkeit zu suchen. Die intime Beobachtung von Khatoons Arbeit zeigt, wie die Entschlossenheit einer Frau einen revolutionären Wandel für eine ganze Generation muslimischer indischer Frauen bewirkt.
Der mit minimalistischer Technik gefilmte Dokumentarfilm beweist einmal mehr, dass für gute Geschichten vor allem das Zuhören zählt. Beim Zuschauen kommt das Gefühl auf, mit Richterin Khatoon in ihrem kleinen Büro zu sitzen. Die Hoffnung, dass sie die Schicksale der Klägerinnen positiv beeinflussen kann, bleibt.

  • HD Sophie Schrago Headshot

    Sophie Schrago

    Sophie Schrago ist Anthropologin und Dokumentarfilmerin. Ausgehend von ihrer Kindheit zwischen der Schweiz und Indien schafft sie Geschichten über den Umgang mit Macht, Zugehörigkeit und Tradition über kulturelle Grenzen hinweg. Ihre wissenschaftlichen Beiträge erschienen in anthropologischen Zeitschriften. WHAT COMES FROM SITTING IN SILENCE? ist ihr erster langer Dokumentarfilm und gewann den Sonderpreis der Jury am Visions du Réel.

Kurzfilme

An diesem Abend laufen folgende Kurzfilme.